Gartenpflege leichter gemacht.

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claudia1605
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Gartenpflege leichter gemacht.

Mär 2014 21 17:00

Beitrag #1 von claudia1605 » Fr 21. Mär 2014, 17:00

Gartenpflege leichter gemacht.


Fakt ist, die Bevölkerung wird immer älter, und körperliche Arbeiten damit für einen nicht unerheblichen Anteil, schwieriger. Aber trotzdem wollen gerade ältere Menschen weiterhin ihre Gärten pflegen. Auch Menschen mit körperlichen Einschränkungen wollen Gärtnern. Die Gärten sind darauf jedoch meist nicht ausgelegt.

Aber es gibt eine Reihe von Möglichkeiten und Mitteln die den Garten den Anforderungen anpassen, ohne gleich einen Gartenarchitekten mit einer Komplettumgestaltung zu beauftragen, oder Unsummen an Geld zu investieren. Oft sind es Kleinigkeiten die schon sehr hilfreich sein können und dafür sorgen, dass die Gartenlust nicht zum Gartenfrust wird.


Hier eine Übersicht von Möglichkeiten, ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Das Kreuz mit dem Kreuz ist oft das erste Problem, dass sich bemerkbar macht. Die Kniegelenke sind das Zweite.
Eine sehr gute Lösung sind Hochbeete. An Ihnen kann in aufrechter Haltung gearbeitet werden. Sie sind in der Tiefe so bemessen, dass man von allen Seiten bis zur Mitte bequem alles erreichen kann. Eine Erweiterung stellen Tischbeete dar. Diese werden in der Höhe so gebaut, dass man auch mit einem Rollstuhl heran fahren kann wie eben an einen Tisch.

Für die Bearbeitung von Grundbeeten bieten sich Kniekissen an. Auch Knieschützer zum Anschnallen können praktisch sein. Sitz- und Kniestühle verbinden die Funktion der Kniekissens mit seitlichen Griffen, die das Hinknien und Aufstehen erleichtern.

Die nächste Möglichkeit sind Rollhocker. Diese verfügen, neben einer bequemen Sitzfläche, über Räder mit denen man einfach am Beetrand entlang fahren kann. Utensilienfächer sorgen dafür, dass man alles dabei hat was man braucht. Eine Erweiterung sind s.g. Garten-Scooter. Diese sind noch stabiler in der Ausführung und verfügen über einen langen Griff mit dem das Gefährt einfach durch den Garten gezogen werden kann.

Wenn Kraft und Koordination nachlassen, ist das Bewegen von schwer beladenen einrädrigen Schubkarren ein Problem. Hier helfen Schubkarren mit mindestens 2 Rädern, einem möglichst tiefem Schwerpunkt und breitem Kippbügel. Die Wanne sollte eher kleiner sein um das Gewicht zu reduzieren. Sollte einmal mehr Volumen transportiert werden müssen, gibt es dafür Aufsätze aus Kunststoff.
Weitere praktische Zusatzelemente sind Schubkarren-Booster aus Gewebe. Auch Garten-Trolleys sind praktisch. Sie nehmen von Gartengeräten über Erdesäcke bis zu Töpfen alles auf und lassen sich bequem ziehen.

Wenn das Tragen schwerer Gießkannen zur Last wird, gibt es auch hier Alternativen. Zum Beispiel Wassersäcke die auf die Schubkarre aufgesetzt werden. Auch der gute alte Gartenschlauch wird mit einer verstellbaren, langen Gießbrause praktisch. Spiralschäuche sorgen dafür, dass man an die Pflanzen heran kommt ohne Stolperfallen zu produzieren und Pflanzen um zu reißen. Spezielle Ampelgießhilfen sind mit einem langen gebogenen Rohr ausgestattet. So könne Blumenampeln und hoch stehende Kästen einfach bewässert werden. Wer mehr Geld investieren will und kann, sollte über eine automatische Bewässerung nachdenken. Diese gibt es von einfach bis aufwändig verlegt und mit Computersteuerung ausgestattet. Hierfür sollte man sich jedoch ausgiebig vom Fachmann beraten lassen.

Günstig ist ebenso das Verlegen von Stromanschlüssen mit Elektranten, damit das Legen von Verlängerungskabeln entfällt. Hier sollte allerdings unbedingt der Fachmann ran.

Blumenampeln gibt es inzwischen mit Flaschenzug. Damit lassen sie sich zum Pflegen ohne Kraftaufwand nach oben und unter verstellen.

Wege sollten möglichst mindestens 60 cm breit und gut befestigt sein. Es ist darauf zu achten, dass die Materialien eben und rutschfest sind – auch bei Regen oder Schnee. In schattigen Partien sollte darauf geachtet werden, dass sich kein Moos ansiedelt.

Treppen sollten unter den gleichen Kriterien überprüft werden. Außerdem sollten lange Treppen mit Podesten unterteilt sein um einen Zwischenstopp zu ermöglichen. Auch sollte man auch das nachträgliche Anbringen von Geländern oder Handläufen in Erwägung ziehen.

Eventuell ist sogar das Anlegen einer Rampe sinnvoll. Sie sollte nicht zu steil, und breit genug sein, um mit einer Schubkarre, einem Rollator oder mit dem Rollstuhl problemlos befahrbar zu sein.

Wenn das Besteigen von Leitern schwierig wird, sollte man es lassen und nach Alternativen Ausschau halten. Das Pflanzen von Obsthochstämmen macht keinen Sinn. Lieber Veredelungen auf schwachwüchsigen Unterlagen wählen. Eine sehr gute Möglichkeit bietet auch Spalierobst. Es nimmt dazu wenig Platz weg und Schnittmaßnahmen an dicken Ästen und in großen Höhen entfallen. Dabei gibt es aber immer noch eine reichliche Ernte.

Teleskop-Astscheren sind für kleinere Gehölze aller Art, bis hin zur Kletterrose, sehr gut geeignet und ermöglichen das Arbeiten vom Boden aus. Die meisten Modelle können auch mit einem Sägeblatt aufgerüstet werden.

Ratschenscheren verfügen über eine Übertragung die es möglich macht mit mehreren Schnittbewegungen auch durch dickeres Schnittgut zu schneiden. Das spart eine Menge Kraft.

Auch sehr gut sind Gartenscheren die mit einem Drehgriff ausgestattet sind. Sie ermöglichen ermüdungsfreies Schneiden und schonen die Gelenke.
Nicht nur für den Rosenschnitt sind Präsentierscheren super. Sie halten das Schnittgut fest, dass sich so einfach aus der Pflanze gezogen werden kann.
Dass alle Schneidwerkzeuge regelmäßig geschliffen und scharf sein sollten, damit sie gut durch das Schnittgut gleiten versteht sich von selbst.


Mehrere kleine Sitzplätze, strategisch günstig über den Garten verteilt, sind wünschenswert. Sie reichen von der Bank bis zum abgeflachten Findling und laden zu kleinen Erholungspausen ein.

Kompost muss nicht unbedingt selber gemacht werden. Das Aufschichten und vor allen Dingen das Umsetzen ist harte Arbeit. Es gibt ihn aber auch fertig in Säcken zu kaufen. Einige Gemeinden bieten auch fertigen Kompost im Tausch gegen den Bioabfall der grünen Tonne an. Man sollte sich bei den örtlichen Wirtschaftsbetrieben erkundigen.

Zum Transport von Gartenabfällen können statt Körbe auch Müllsackhalter mit Rollen Verwendung finden.

Leisehäcksler sind ein probates Mittel seine Grünabfälle zu Mulch zu verarbeiten, der direkt in die Beete ausgebracht werden kann. So ist der „Abfall“ untergebracht und die Bodenbedeckung spart Wasser- und Nährstoffgaben. Auch das Unkrautaufkommen reduziert sich wenn die Schicht stetig bei ca. 3 cm Dicke gehalten wird. Hier tun auch Unkrautvliese mit Mulchabdeckung in den Beeten gute Dienste.

Langfristig sollte auch in Erwägung gezogen werden ob Rasenflächen nicht reduziert oder sogar ganz durch Beete oder befestigte Flächen ersetzt werden können. Das regelmäßige Mähen macht einen Hauptteil der Gartenarbeit aus, und das Vertikutieren im Frühjahr ist wirklich anstrengend. Eine gepflasterte oder mit Unkrautvlies und Rindenhäcksel oder Kies befestigte Fläche lässt Regenwasser versickern macht aber wenig Arbeit. Hier können Sitzplätze eingerichtet und mit Hochbeeten oder Kübelpflanzen bestückt werden.

Auch Gartenteiche und Bachläufe sind verhältnismäßig pflegeleicht. Einmal angelegt, beschränken sich die Arbeiten auf eine Grundreinigung im Frühling, bei der auch die Pflanzen ausgelichtet werden und dem Laubschutz im Herbst, dazwischen höchstens das Abfischen von Algen - vorausgesetzt es gibt keinen Fischbesatz. Noch einfacher sind Wasserbecken zu pflegen, die auf ebener Erde stehen.

Zum Transport schwerer Kübel bieten sich leichte Sackkarren oder Tragegurte an. Ebenso sind Rolluntersetzer, von preiswertem Kunststoff bis dekorativem Gusseisen, äußerst praktisch. Schnell und einfach sind so die Kübel, zum Fegen der Terrasse bis zum Austausch verblühter Pflanzen in die hintere Reihe, verschoben.

Für größere befestigte Fächen wie Terrassen oder Garagenzufahrten lohnt sich vielleicht die Anschaffung einer Kehrmaschine. In schneereichen Gebieten auch der einer kleinen Schneefräse. Bei Baumbestand und entsprechend größeren Mengen Herbstlaub, lohnt sich auch die Anschaffung eine Laubsaugers mit Häckselwerk. Das gehäckselte Laub kann dann in die Beete.

Gut passende Handschuhe die vor Verletzungen schützen, sind ebenso sinnvoll wie solche die wasserdicht sind - beispielsweise zur Arbeit an Bachläufen und an Teichen und Wasserbecken.
Last but not least sollte man auf gut sitzendende und rutschfeste Schuhe und Gummistiefel achten. Die sicherste Leiter nützt nichts, wenn man in Schlappen darauf herum turnt.
Liebe Grüße
Claudia

Ich habe keine Macken! Das sind Special Effects !

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