Tee...eine kleine Warenkunde

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Tee...eine kleine Warenkunde

Dez 2012 30 13:58

Beitrag #1 von unkrauthex » So 30. Dez 2012, 13:58

Wie der Tee "gefunden" wurde


Die Chinesen erzählen:
Es war im Jahre 2737 v. Chr. als sich der chinesischen Kaisers Chên Nung im Schatten eines wilden Teestrauchs niederließ um sich bei einer Tasse abgekochten Wasser von den Strapazen seines kaiserlichen Seins zu erholen.
Da trieb ein Windhauch einige Teeblätter in das kaiserliche Trinkgefäß. Das Wasser verfärbte sich golden und ein herrlicher Duft stieg in des Kaisers Nase. Vorsichtig kostete der Kaiser. Von da an mochte er nur noch mit den Blättern eben dieses Baumes gewürztes Wasser trinken.


Die Inder erzählen:
Bodhidarma, der erste buddhistische Missionar in China, meditierte neun Jahre lang vor einer Felswand. Eines Nachts schlief er bei seinen religiösen Übungen ein. Wütend ob seiner menschliche Schwäche riss er sich am anderen Morgen beide Augenlider aus und warf sie auf die Erde. Die Lider schlugen Wurzeln und zwei immergrüne Teesträucher wuchsen daraus. Bodhidarma kostete davon und seine Müdigkeit verflog.
Dies geschah im 6. Jahrhundert.
Bodhidarma hat wirklich gelebt. Der Rest der Geschichte ist allerdings sehr zweifelhaft, obwohl in Japan der Tee und das Augenlid mit demselben Schriftzeichen wiedergegeben werden.


Die Wahrheit?
Tee ist älter als die japanischen Schriftzeichen.
Nur in China wurden wilde Teesträucher entdeckt.
Die Geschichte des Tees hat sich während der ersten 3.000 Jahre nur auf auf China beschränkt.

400 Jahre v. Chr., zu Zeiten des großen Gelehrten Laotse. boten die Chinesen ihren Gästen Tee an.
Zuvor wurde Tee nur als Heilmittel verwandt.
Erst während der Ming-Dynastie (1368-1644) entstand die bewährte Methode die Blätter mit Wasser aufzubrühen.


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Re: Tee...eine kleine Warenkunde

Dez 2012 30 18:33

Beitrag #2 von unkrauthex » So 30. Dez 2012, 18:33

Die Pflanze, die seit Jahrtausenden die Menschen fasziniert.
Wer ist sie eigentlich? Woher stammt sie? Wie wird sie kultiviert?


Eine kleine Nebeninfo vorab: die hierzulande bekannte und beliebte Blühpflanze Kamelie (Camellia japonica) ist eine enge Verwandte der Teepflanze (Camellia sinensis).
Sie gehören beide der Familie der Theaceae und der Gattung der Camellia an.

Die Stammpflanzen unserer Teesträucher sind Thea Camellia sinensis Var. sinensis und Thea Camellia sinensis Var. assamica.

Camellia sinensis sinensis wird hauptsächlich in China angebaut. Camellia sinensis assamica hauptsächlich in Indien und Sri Lanka. In den Plantagen werden die Teepflanzen nur bis auf Hüfthöhe gehalten.

Das natürliche Verbreitungsgebiet der Teepflanze ist der Südwesten Chinas, hauptsächlich in der heutigen Provinz Yunnan.
In einem Urwald im Süden Yunnans steht der älteste Teebaum. Er ist ca. 2700 Jahre alt, misst eine Höhe von 26 Metern und einen maximalen Umfang von 2.8 Metern.



Die Teepflanze ist ein immergrüner, weißblühender Baum mit glänzenden, lederartigen Blättern. In Plantagen werden die Teepflanzen bis auf Hüfthöhe gehalten Liese man die Pflanze wachsen, würde die Thea sinensis ein bis zu 6 Meter, die Thea Assamica ein bis zu 30 Meter hoher Baum.

Die jüngsten Blätter sind auf der Unterseite flaumig behaart. Dadurch entsteht ein silbriger, seidenartiger Glanz. Für den Weißen Tee ist diese Behaarung von essentieller Bedeutung. Ebenso für viele hochwertige Grünte gilt diese Behaarung als wichtiges Merkmal.

Die Blüte der Teepflanze ist von September bis November. Die schlichten, weißen Blüten sind nur wenige Zentimeter groß. Die Samen benötigen bis zur Reife 16 – 17 Monate, so ist es nicht verwunderlich, dass bei derselben Pflanze Blüten und reife Früchte zu sehen sind.

Die Anbaugebiete erstrecken sich über eine Höhe von 600 bis 2300 Meter über Meereshöhe.
Die Teepflanze wächst optimal bei einem gemäßigten Klima mit Temperaturen zwischen 10 und 30°C. Kalkhaltige Böden sind ihr abträglich.
Die Lichtintensität während der Pflückung hat großen Einfluss auf die Inhaltsstoffe und somit auf den Geschmack des Tees.



Aus der jungen Teepflanze entsteht nach 3-5 Jahren ein ergiebiger Teestrauch. Alle 1-2 Wochen wird dieser beerntet.
Eine geübt Pflückerin pflückt am Tag etwa 16 – 24 kg Blatt. Daraus werden bei der Assampflanze 4 – 6 kg fertiger schwarzer Tee.
Für unseren Tee werden „two leaves and a bud“ gepflückt. Dies sind die zwei jüngsten Blätter mit der Blattknospe.



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